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Sanierung der Alten Brennerei - 2006 wurden die Sanierungsarbeiten der Alten Brennerei abgeschlossen. Zur Sommernacht am 12. August konnten Besucher erstmals die Brennerei besichtigen und schwungvollen Rhytmen des Jazz lauschen. Eine Essigproduktion für Balsamessige aus Birnen ist entstanden. Die Umbauarbeiten sind abgeschlossen und Veranstaltungen finden wieder statt.
Der großzügige Veranstaltungsbereich ist geprägt von historischen Ziegelwänden, hellgrauen Putzflächen, breiter Holzdielung, hohen Tonnengewölben und der sog. Preussischen Kappendecke, deren Ziegel noch in großformatigen Holzbalken liegen. Er dient vielfältigen Events wie Familien-, und Jubiläumsfeiern, Vereins-, und Fachveranstaltungen, Schulungsseminaren, Betriebsversammlungen, Konzerten und Ausstellungen, Verkostungen von Edel-Bränden und Essigvariationen, wozu auch die herrlichen Kellergewölbe und die südwärts ausgerichtete Bühne genutzt werden können. Der stützenfreie, helle Gesellschaftraum mit 108 qm bietet Platz für 120 Stühle bzw. 80 Plätze an Tischen.
Friedrich-Carl von Ribbeck und seine Frau Ute informieren ihre Gäste gern authentisch und persönlich über ihre 770-jährige, freud- und leidvolle Familiengeschichte und ihre heutigen Vorhaben.
Geschichte der Alten Brennerei Die alte Gutsbrennerei wurde Mitte des 19. Jahrhundert von der Familie von Ribbeck erbaut und diente bis zur Ausweisung der Familie der Produktion von Kartoffelschnaps. In alten Unterlagen lässt sich eine Produktionsmenge von 114000 Litern pro Jahr ermitteln. Die bis fast an die Brennerei reichende Kleinbahn sorgte bis kurz nach dem Krieg für den Gütertransport.
Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude vorwiegend als Getreidespeicher und wurde noch bis 1994 genutzt. Das ehrwürdige Gebäude hat auch diese „dunkle Zeit“ leidlich gut überstanden und von seinem Charme nichts eingebüßt. Der Schornstein ist über Kilometer hinweg auch schon von der Bundesstraße 5 aus sichtbar. Jedes Jahr nistet ein Storchenpaar in luftiger Höhe auf dem Schornstein und bringt von dort den Jungvögeln die Kunst des Fliegens bei. Schon aus diesem Grunde ist der Erhalt bzw. Reparatur dieses “Wahrzeichens” eine Aufgabe, die die Familie von Ribbeck in die Hand genommen hat
Wie bei allen Gebäuden des Gutshofes wurde auch hier DDR-staatlicher Raubbau getrieben, indem die Gebäude zwar genutzt, aber nichts zu deren Erhalt unternommen wurde. Dach und Fenster des Gebäudes waren deshalb entweder nicht mehr vorhanden oder in desolatem Zustand.
„Ein Anblick der in der Seele weh tut“ so könnte man die Gefühle beschreiben die Friedrich von Ribbeck und die Familie dem Gemäuer Ihrer Vorväter gegenüber empfanden. Um das Gebäude vor weiterem Verfall zu retten, wurde das Gemäuer 2001 von der Familie “zurückgekauft“. Mit diesem Schritt begann eine fast endlose (Hand-) Arbeit für Friedrich und Janko von Ribbeck. Jeden Tag wurde Hammer, Meißel oder die Schaufel geschwungen, um das Gebäude von altem Putz, Dreck und baulichem Verschandelungen zu befreien. Etwa 10 Tonnen Putz und Schutt wurden von den beiden nach Feierabend entfernt. Auch das alte Kopfsteinpflaster im Hof vor der Brennerei, das mit einer bis zu 30 cm hohen Ascheschicht bedeckt war, wurde freigelegt. Maschinen konnten dabei nicht eingesetzt werden. Mit mühevoller Handarbeit konnten Vater und Sohn das Pflaster wieder hervorholen. „Jeden Tag 2 Quadratmeter“ war das Motto das jetzt zu Pfingsten 2002 den ersehnten Urzustand herbeiführte. Ende 2001 wurde im Rahmen der Dorferneuerung das Dach neu eingedeckt und 40 neue Holzfenster eingesetzt. Der Keller der Brennerei hat seinen besonderen, rustikalen Reiz. Das Gewölbe aus roten Backsteinen ist inzwischen komplett freigelegt, d.h. alte Putzschichten sind abgetragen. Die Rundbogen sind im Sandstrahlverfahren gesäubert worden. Im Keller können bereits Fässer des Balsamessigs aus Birnen gelagert werden. Die Maßnahmen zur Sanierung des Gebäudes haben zu Beginn des Jahres 2006 begonnen.
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