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Besuch in Ribbeck im Jahre 1850

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Abschrift aus dem Tagebuch des Vollmar Rogalla von Bieberstein


"Dienstag, den 18ten [Mai 1850]

Regnerischen Wetter. Schon ganz früh entfalteten sich heute auf dem Alexanderplatz in der Kloster , Spandauer und Judenstrasse ungeheure Wollmassen. Sehr reges leben in diesen Stadtheilen. Durchschnittlich war ziemlich gute Wäsche zu finden. Viele war sogar ausgezeichnet. Oben an stand die des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck und die des Herrn Krueger auf Kamps in Mecklenburg. Beide Herren hatten Spritzwäsche und war die Wolle wirklich so schön weiß, wie die schönste weisse Wäsche, in der Spitze auch nicht die Probe von Schmutz zu finden. Dennoch dauerte es mit dem Verkauf dieser Wolle sehr lange, da die Spritzwäsche durchaus gar nicht mehr begehrt wird. Die Kauflust war im ganzen gering zu nennen , namentlich der feinen Wolle. Die bis z Roh teurer als im vorigen Jahr verkauft wurden. Mittelwollen bis 70 RTH hatten bessere Abnehmer. Heute wurde sehr wenig verkauft. Abends traf ich zu meiner großen Überraschung Gusevius.


Sonnabend, den 22ten [Mai 1850]
Schönes warmes Wetter. Einen Theil des Vormittags brachte ich in der königlichen Reitbahn zu und fuhr dann mit Herrn von Ribbeck nach seinem Gute heraus. Wir fuhren bis Nauen durch die sehr fetten Niederungen der Havel, die einen sehr prächtigen Anblick gewährten. Schöne Wiesen auf denen sich herrliches Rindvieh tummelte und prachtvolle sehr üppige Getreidefelder. Abends trafen wir in Ribbeck ein.


[Ribbeck,] Sonntag, den 23ten [Mai 1850]
Wiederum sehr schönes heißes Wetter. Bald nach dem Kaffee begleitet ich die Herrschaften nach der Kirche. Nach derselben ritt Herr von Ribbeck mit mir aus, um mir seine Felder zu zeigen. Zu der ganzen Besitzung Ribbeck gehören circa 12 000 Morgen mit den Vorwerken Bagow nebst Vorwerk Ribbeckhorst, Marienhof. Ribbeckmeierei und Uhlenburg... Erst um 4 Uhr kehrten wir zurück und aßen dann Mittag. Nach dem Kaffee kam Besuch aus Potsdam Schwiegersohn Herr von Witzleben und 5 Gardeoffizieren. Wir machten ein Parthie zu Wagen nach dem Mathildenhain zu Erdbeeren.


[Ribbeck,] Montag, den 24ten [Mai 1850]
Witterung wie gestern. Wir machten heute wieder einen sehr großartigen Ritt. Herr von Ribbeck ist ein vorzüglicher Mann, ebenso seine Schwester Frau von Hagen. Ich wurde dort mit der seltsamsten Freundlichkeit aufgenommen. Das ganze Ribbecksche Leben scheint sehr gemütlicher Art zu sein und habe daher wohl allen Grund zum Herbst auf einen höchst angenehmen Aufenthalt zu rechnen. Abends waren Pastoren zu besuch.

[Ribbeck,] Dienstag, den 25ten [Mai 1850]
Wetter, wie gestern. Herr von Ribbeck schickte mich heute nach Nauen. Von dort fuhr ich mit der Eisenbahn nach Berlin und dann mit der Post nach Franckenfelde, wo ich gegen Abend eintraf. Während meiner Abwesenheit war Schlag V zu Rüben gedüngt und umgepflügt, der Rübsen gehauen, ebenso der Klee, theilweise schon eingefahren, die Luzerne gewenthet, Kartoffeln behäufelt und Schlag III angefangen zu pflügen. Den Rath fand ich leidend."


Kuno R. von Bieberstein aus  Hamburg hat uns diesen Text freundlicherweise zu Verfügung gestellt

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